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»Geschwister-Modell« überzeugt

Im Wettbewerb um den Ausbau der Kindertagesstätte Ströhen hat sich der Vorschlag des Gütersloher Architekturbüros Melisch Architekten BDA gegen die Mitbewerber durchgesetzt.
Einstimmig votierten am Mittwochabend die Mitglieder im Schulausschuss für den Entwurf, der mit einigen cleveren Ideen überzeugen konnte. Bereits diesen Sommer soll gebaut werden.
Der Plan von Architektin Birgit Melisch, die ihren Vorschlag am Mittwoch zusammen mit ihrer Kollegin Gabriele Diekötter vorstellte, löst die beiden Vorgaben der Gemeinde Steinhagen, die den Kindergarten auf dem Ströhen betreibt: Er sieht ein erweitertes Angebot für Kinder unter drei Jahren vor und bindet das Außenspielgelände, das sich bisher erst nach Überqueren des Parkplatzes erreichen ließ, direkt an das Gebäude an.

In dem Entwurf wird das bestehende Hauptgebäude mit Pultdach durch einen neuen Baukörper im Süden ergänzt. Dieser südliche „Geschwisterbau“, wie Birgit Melisch sich ausdrückte, orientiert sich in Höhe und Dachform an dem Bestand und liegt parallel zu der vorhandenen Erschließungsstraße. Der Raum zwischen den beiden in leichtem Winkel zueinander angeordneten Pultdach-Baukörpern wird mit einem Flachdach überdeckt. „Dieser Kommunikationsbereich verbindet die Gebäudeteile und öffnet sich zum neuen umzäunten Außenspielgelände“, erklärte Birgit Melisch ihren Entwurf.
Das Raumkonzept sieht vor, dass sich im nördlichen alten Trakt der Gruppenraum für die 24 Kinder über drei Jahren befindet, während im südlichen Gebäudeteil die altersgemischte Gruppe mit 15 Kindern unterkommt.

Das nach Passivhausstandards zu bauende Objekt kostet die Gemeinde rund 1,2 Millionen Euro. Damit unterscheidet sich der Entwurf hinsichtlich der Kosten nur unwesentlich von den Vorschlägen der konkurrierenden Architekturbüros Stüwe und Spooren. Die Umgestaltung des Außengeländes ist in diesen Kosten allerdings noch nicht mit eingerechnet. Die Gemeinde hat zur Umsetzung ihrer Pläne 1,2 Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt und erwartet für das Projekt Landeszuschüsse in Höhe von 119 000 Euro. Allein die Erstellung der drei Entwürfe durch die Architekten ließ sich die Gemeinde insgesamt 60 000 Euro kosten.

Der 1961 ursprünglich als Schule konzipierte Bau wird seit 1971 als Kindergarten genutzt. Vor allem was  Energieversorgung und Wärmedämmung angeht entspricht das Gebäude nicht den aktuellen Standards. Mit dem Um- und Ausbau soll die Einrichtung auch den Ansprüchen für die Betreuung von mehr Kindern unter drei Jahren gerecht werden.

Mit den Bauarbeiten soll in diesem Sommer begonnen werden. Während der Bauzeit könnten die Kinder nach Angaben von Schulamtsleiter Joachim Scholz in der Alten Dorfschule in Brockhagen untergebracht werden. „Dort stehen Kindern und Erzieherinnen auch sanitäre Anlagen, eine Küche und eine Grünfläche zur Verfügung“, schlägt Scholz vor.

Text: Frank Jasper, »Haller Kreisblatt Steinhagen« vom 10.02.2012.