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1. Preis Münsterstraße, Städtebaulicher Realisierungswettbewerb

Die Verfasser haben mit ihrem Vorschlag, zwei unterschiedlich breite und hohe Giebel mit einem leichten Versatz anzuordnen, einen mutigen Schritt getan. Die Fassadengliederung zur Münsterstraße wird im Proportions- und Spannungsverhältnis positiv gewürdigt. Auch das seitliche Fenster im Erdgeschoss zur Böttchergasse reagiert sehr gut auf die Lage und Sichtbeziehungen im Straßenraum. Auf der rückwärtigen Seite kann die Fassade noch nicht in der gleichen Weise überzeugen, da durch das Verlassen der Fensterformate ein Ungleichgewicht entsteht. Die als  lächen zusammen gezogenen Fassadenelemente aus Fenstern und Loggien sind in ihrer Wirkung zu dunkel und schwergewichtig. Die seitliche Erschließung der Wohnungen sowie die in das Gebäude integrierte Fahrradabstellanlage (mit einem weiteren Zugang) und der angrenzende Carport fördern die Adressbildung der Wohnlage und erhöhen den Komfort für die Bewohner. Der  Lichthof im Eingangsbereich garantiert eine gute Belichtung. Die Grundrisse sind funktional entwickelt und zeichnen sich zudem durch vorwiegend natürlich belichtete Bäder aus. Die Größe der Dachterrassen kann durch die vollflächige Ausnutzung des Flachdaches noch ausgedehnt werden. Aus den Wohnungen sind nur wenige Stellplätze sichtbar, so dass sie keine Beeinträchtigung für den Ausblick darstellen. Der Parkplatz ist insgesamt komprimiert und ermöglicht die Anlage von Grünflächen auf dem Grundstück. In wie weit die Baumstandorte erhalten werden können, ist dabei zu prüfen. Das Gesamtkonzept verspricht eine gute Wirtschaftlichkeit. Insgesamt fügt sich das Gebäude wohltuend in den Straßenverlauf ein und verzichtet auf modisches Beiwerk.

Text: Niederschrift der Preisgerichtssitzung am 06.02.2017